Warum wir in wichtigen Gesprächen zu viel erklären
Je wichtiger ein Gespräch ist, desto größer wird der Drang, sich zu erklären. Aus einer klaren Position wird so schnell eine Rechtfertigung.
Je wichtiger ein Gespräch ist, desto größer ist oft unser Drang, uns zu erklären.
Wir erklären unsere Entscheidung. Dann erklären wir, warum wir sie getroffen haben. Dann erklären wir vorsichtshalber noch, dass wir niemanden verletzen wollen.
Und plötzlich klingt eine klare Position wie eine Rechtfertigung.
Das beobachte ich besonders häufig in schwierigen Gesprächen mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern oder Kunden.
Das Problem ist selten mangelnde Kommunikationskompetenz
Meist passiert etwas anderes: Wir spüren Widerstand — und versuchen, diesen Widerstand sofort aufzulösen. Genau dann beginnen wir, zu viel zu sprechen.
Der zusätzliche Satz soll den Widerspruch entkräften. Tatsächlich signalisiert er dem Gegenüber, dass die eigene Position offenbar noch begründungsbedürftig ist.
Eine einfache Alternative
1. Position formulieren.
„Ich möchte die Zusammenarbeit unter diesen Bedingungen fortsetzen.”
2. Pause machen.
3. Eine Frage stellen.
„Wie sehen Sie das?”
Gute Kommunikation bedeutet nicht, jede Stille zu füllen. Manchmal entsteht Führung genau in der Pause.
Die Frage für das nächste Gespräch
Wie reagieren Sie, wenn Ihr Gegenüber mit Ihrer Position nicht einverstanden ist: erklären Sie mehr — oder fragen Sie zuerst nach?